Sind PD-Mess-Apps genau?
Kurz gesagt: Das hängt ganz von der Art der App ab. Apps mit Tiefenkamera messen auf etwa einen Millimeter genau. Apps, die den Maßstab aus einem flachen Foto schätzen, nicht.
Warum ein einfaches Foto nicht messen kann
Eine Kamera misst keine Entfernung aus einem einzelnen flachen Foto. Sie hält nur Licht fest. Ein 2D-Foto hat keinen eingebauten Maßstab.
Was das in der Praxis bedeutet: Ein Gesicht in 60 cm Abstand und ein größeres Gesicht in 75 cm Abstand können das gleiche Bild ergeben. Die Pupillen wirken im Foto gleich weit voneinander entfernt. Der echte Abstand ist aber ganz anders. Allein aus den Pixeln kann die Kamera das nicht unterscheiden.
Jede App, die mit nur einem Foto arbeitet, muss sich den Maßstab also woanders holen. Sie nutzt vielleicht ein Objekt mit bekannter Größe, etwa eine Kreditkarte neben deinem Gesicht. Oder sie geht von einer durchschnittlichen Kopfbreite aus und rechnet mit einem Standardverhältnis. In jedem Fall ist das Ergebnis eine Schätzung, die wie eine Messung aussieht. Wie gut sie ist, hängt ganz davon ab, wie gut diese Schätzung ist.
Drei Wege, wie Apps auf eine Zahl kommen
Jedes PD-Tool fürs Handy fällt in eine von drei Kategorien. Die Methode entscheidet über die Genauigkeit, nicht wie schön die App aussieht.
| Methode | Woher der Maßstab kommt | Typische Genauigkeit |
|---|---|---|
| Tiefenkamera-Scan (TrueDepth auf iPhones mit Face ID) | Misst das Gesicht dreidimensional, in echten Millimetern. Kein Referenzobjekt nötig. | Etwa ±1 mm |
| Foto plus Referenzkarte | Holt den Maßstab aus der bekannten Breite der Karte, meist eine Kreditkarte an der Stirn | Meist 2 mm Fehler oder mehr |
| Spiegel und Lineal von Hand | Dein eigenes Ablesen eines Lineals am Gesicht im Spiegel | Etwa ±2-3 mm bei Sorgfalt |
Die Kartenmethode verliert Genauigkeit, weil die Karte nicht auf Höhe deiner Augen liegt. Sie sitzt weiter vorne und kippt leicht. Schon eine kleine Kippung verändert, wie groß die Karte im Foto wirkt, und der Maßstab der App verschiebt sich mit. Deshalb bleibt der Fehler bei 2 mm oder mehr, selbst wenn die App gut gebaut ist.
Die Spiegel-und-Lineal-Methode hat ein eigenes Problem: Sie ist umständlich. Ein Lineal schräg im Spiegel abzulesen und dabei mit beiden Augen auszurichten braucht Übung. Mit Sorgfalt kommen die meisten auf etwa 2 bis 3 mm genau.
Das Pupillometer beim Optiker bleibt der Goldstandard. Es ist für genau eine Aufgabe gebaut, dafür kalibriert und wird von jemandem bedient, der es ruhig halten kann. Keine Handy-App behauptet, es zu schlagen. Ein Tiefenscan kommt im besten Fall nah heran.
Wann Genauigkeit wichtig ist
Nicht jeder Fehler wiegt gleich schwer. Bei einer leichten Einstärken-Brille ist ein Fehler von 1 bis 2 mm meist zu klein, um ihn zu merken. Augen und Gehirn gleichen das aus.
Bei starken Sehstärken verzeiht das System weniger. Ein Glas, das leicht neben der Pupille zentriert ist, lenkt Licht dahin, wo du es nicht willst. Optiker nennen das induziertes Prisma, und es führt zu müden Augen. Bei Gleitsichtgläsern wird es noch wichtiger, denn ein Gleitsichtglas vereint drei Zonen, Ferne, Mittelbereich und Nähe, in einem Stück Glas. Alle drei Zonen müssen gleichzeitig zu deinen Augen passen, und ein kleiner Zentrierfehler bringt jede Zone etwas aus der Reihe.
Bei diesen zwei Fällen, einer starken Sehstärke und jedem Gleitsichtglas, nutze einen Tiefenscan oder frag deinen Optiker nach der von ihm gemessenen Zahl.
Es hilft, ein Ergebnis mit dem üblichen Bereich zu vergleichen. Die meisten Erwachsenen liegen zwischen 57 und 65 mm. Der volle Bereich für Erwachsene reicht von etwa 54 bis 74 mm, ein Ergebnis weit außerhalb ist also eine erneute Messung wert. Noch ein Detail: Deine Nah-PD für Lesebrillen ist meist etwa 3 mm kleiner als deine Fern-PD, weil sich die Augen beim Nahsehen leicht zusammenziehen.
So macht es SpecFit
SpecFit misst mit der TrueDepth-Kamera, die in iPhones mit Face ID eingebaut ist. Diese Kamera erfasst dein Gesicht dreidimensional und liefert das Ergebnis in echten Millimetern, ohne Karte und ohne Schätzen. SpecFit zeichnet die Messung direkt auf dein eigenes Foto, damit du genau siehst, was wo gemessen wurde. Auf dieser Hardware ist das Ergebnis auf etwa ±1 mm genau.
Nicht jedes iPhone hat eine TrueDepth-Kamera. Auf Handys ohne Face ID weicht SpecFit auf eine Ein-Foto-Schätzung aus und kennzeichnet dieses Ergebnis ehrlich als Schätzung, nicht als Messung.
In jedem Fall lohnt sich Klarheit darüber, was das ist. Es ist eine Schätzung, keine medizinische Messung, und sie ersetzt keine Untersuchung beim Optiker. Die Messung selbst ist kostenlos.
SpecFit misst deine PD mit der Tiefenkamera des iPhones. Richte ein iPhone mit Face ID auf dein Gesicht, und SpecFit liest sie mit einem Tiefenscan ab, genau auf etwa einen Millimeter, gezeichnet auf dein eigenes Foto. Kostenlos zu prüfen.
Fragen
Reicht eine PD-Messung per Handy, um Brillen online zu bestellen?
Bei einer leichten Einstärken-Brille, ja. Bei starken Sehstärken und Gleitsichtgläsern nutze einen Tiefenscan oder frag deinen Optiker nach der gemessenen Zahl.
Was ist genauer, eine App oder ein Lineal?
Eine App mit Tiefenkamera schlägt ein Lineal. Eine reine Foto-App mit Referenzkarte ist etwa so genau wie eine sorgfältige Lineal-Messung.
Brauche ich eine binokulare PD?
Zwei Werte, je einer pro Auge, sind vor allem wichtig, wenn dein Gesicht unsymmetrisch ist oder deine Sehstärke hoch. Ein Tiefenscan kann jedes Auge einzeln erfassen.
Kann ich die PD von meinem alten Rezept weiterverwenden?
Ja. Die PD bei Erwachsenen ändert sich nicht. Hat ein Optiker sie gemessen, gilt die Zahl weiterhin.